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Lehrstellen im Überfluss?

Man stelle sich einmal vor, es gibt eine Menge arbeitslose Jugendliche, die keine Lehrstelle finden können, aber zugleich tausende von freien Lehrstellen im gleichen Land! Das ist wirklich eine Tatsache und eine Änderung ist nicht in Sicht. Das Problem, das Ausbilder und Auszubildende nicht zusammen führen kann, ist die Bildungskluft, die es leider im Moment im Lande Deutschland zu beklagen gibt. Es gibt Lehrstellen, für die sich selbst die Schulabgänger mit den schlechtesten Zeugnissen zu schade sind. Diese finden sich vor allem in der Gastronomie und im Dienstleistungsgewerbe, also überall, wo man wirklich arbeiten muss, und zwar vom ersten Arbeitstag an.

Stunden lang und das auch noch am Wochenende zu jedem Gast in einem Restaurant freundlich zu Mitarbeitern und Gästen zu sein oder am Herd zu stehen, Geschirr zu spülen und sich herum kommandieren zu lassen, ist eben nicht jedermanns Sache. Allerdings gehört dies zu einer Arbeit in der Gastronomie, wie das Amen zu jeder Bibel. Die Arbeitsmoral lässt zu wünschen übrig und das merken die Ausbilder am allerersten. Sie schreiben Lehrstellen aus, auf die sich zum Teil niemand bewirbt, weil einfach die Lust auf einen Knochenjob nirgends mehr zu finden ist. Das oft niedrige Anfangsgehalt und die geringen Aussichten auf Trinkgeld erschweren es den Gastronomen zudem, begeisterungsfähiges Personal für die Ausbildungsstellen zu bekommen, selbst, wenn sie Schulabgänger ohne jeglichen Abschluss und mit desaströsen Noten einstellen würden.

Andere Ausbilder haben das Problem, dass sie keine qualifizierten Azubis finden können. Die eingehenden Bewerbungen sind voller Rechtschreibfehler und in einer katastrophalen Form; die Bewerber interessieren sich zum Teil nicht wirklich für die ausgeschriebene Stelle. Aus dieser Flut von ungeeigneten Bewerbern wenigstens das Mittelmaß heraus zu picken, ist schwer. So bleiben viele Lehrstellen einfach unbesetzt, was der Sozialpolitik in Deutschland sicher nicht zu Ruhm und Ehre gereicht.

Sich für die falsche Ausbildung entscheiden

Mit der Schule und der darauf folgenden Ausbildung legt man den Grundstein für sein ganzes späteres Leben. Man kann sich hier ein Paradies schaffen, in dem man bis zur Rente glücklich ist; möglicherweise ist es aber auch ein Schritt in die falsche Richtung. Schon bei der Wahl der Schule kann einiges schieflaufen. Die Eltern erachten es vielleicht als erforderlich, dass die Kinder auf das Gymnasium gehen. Doch warum, wenn die Begabung eindeutig im handwerklichen Bereich liegen? Gut, das kann sich auch erst später entscheiden. Es könnte aber für Schüler eine jahrelange Qual sein, sich mit Fächern, wie Latein oder Französisch herum zu ärgern, wenn sie eher andere Interessen haben. Umgekehrt ist es heute möglich, auch über den zweiten Bildungsweg das Abitur und ein Studium anzustreben, wenn sich nach der vierten Klasse ein Besuch des Gymnasiums als eher nicht ratsam zeigte.

Ein Berufsbild, das man sich in der Jugend als toll vorstellt, wird oft auch als Ausbildung angestrebt. Hier erfolgt die Ernüchterung oft erst nach einigen Wochen, die der ehemalige Schüler schon als Lehrling in einem Betrieb arbeitet. Was nun? Die Lehre abbrechen und versuchen, etwas zu finden, das erfüllend ist und die eigenen Talente eher einsetzbar macht? Oder durchhalten, auf Biegen und Brechen, um dann später unglücklich im Job zu sein oder als etwas ganz anderes zu arbeiten? Eine pauschale Lösung gibt es hier nicht; da muss von Fall zu Fall entschieden werden. Leichtfertig eine schlechte Phase als Anlass zu nehmen, den Lehrvertrag zu lösen, wäre unklug. Nach einer gewissen Zeit sollte man aber handeln und zumindest einmal das Gespräch mit einem Berufsberater suchen. Wer sich vor der Lehre schon in dem einen oder anderen Praktikum einen Überblick von in Frage kommenden Berufen verschafft, hat es bei der endgültigen Berufswahl dann leichter und ist der Gefahr, sich falsch zu entscheiden, deutlich weniger ausgesetzt.

Hartz IV verlassen, eine Ausbildung machen

Eine Ausbildung ist eine gute Grundlage, um sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Nur so kann man versuchen, eine Wohnung zu finden, einen Job zu bekommen und auch ein richtiges Leben, ohne von jemand wirklich abhängig zu sein, zu führen. Dies ist allerdings nicht immer einfach. Viele Menschen die Hartz IV beziehen machen sich darüber Gedanken und bewerben sich auch täglich um einen Ausbildungsplatz. Leider ist es nicht immer sofort machbar und viele müssen über hundert Bewerbungen schreiben, um vielleicht eine Zusage für ein Vorstellungsgespräch zu bekommen.

Hartz IV kann man durch eine Ausbildung verlassen und man sollte es auch in jedem Falle versuchen. Es ist wichtig, dass man hier nicht aufgibt und es immer wieder versucht um einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Die Ausbildung wird dann der Weg aus dem Hartz IV sein und man kann eben nur so einen Weg für sich selbst finden. Nicht immer muss die Ausbildung dann auch die letzte Entscheidung im beruflichen Leben sein. Man kann sich danach auch wieder beruflich verändern, man sollte aber überlegen, ob man einen guten Job aufgibt oder eine Ausbildung nicht wahrnimmt, nur weil es vielleicht nicht der Traumberuf ist, den man sich vorgestellt hat und den man ausüben möchte.

Hartz IV möchte niemand beziehen und daher sollte man sich immer einen Weg aus dieser Situation suchen. Eine Ausbildung ist der erste Schritt und kann dann auch für die weitere Laufbahn sehr sinnvoll sein. Man sollte daher wirklich den Mut nicht verlieren und es immer wieder versuchen, bis man einen Weg aus dieser Situation gefunden hat.