Die Berufsschule schwänzen?

Zur Berufsausbildung gehört auch die Berufsschule und diese ist in ihren theoretischen Bestandteilen ebenso wichtig, wie die praktische Arbeit an einer Lehrstelle. Hier müssen gute Noten geschrieben werden, denn wer einen guten Gesellenbrief als Abschluss vorweisen möchte, muss in beiden Bereichen, also Theorie und Praxis bestens abschneiden. Wer durch Faulheit oder Abwesenheit glänzt, kann nicht erwarten, die guten Noten und das Grundwissen in seinem Beruf vom Himmel fallen zu sehen. Also ist die Teilnahme am Unterricht genau so wichtig, wie das pünktliche Erscheinen am Arbeitsplatz.

Schulschwänzer gibt es wohl an jeder Schule, ob entschuldigt von den Eltern oder mit Unwissenheit aller, auf eigene Faust und nur zum Vorteil des freien Tages. Aber vor allem die Berufsschule ist eine wichtige Schulzeit, die man vor allem dazu braucht, dass man erst die Zwischenprüfung und dann die Gesellenprüfung irgendwann bestehen kann. Wenn immer wieder Lernstoff fehlt und auch nicht nachgeholt wurde, dann hat man ganz klare Lücken, die man so schnell nicht mehr auffüllen kann. Nur mit Mühe ist ein Bestehen der Gesellenprüfung dann noch möglich.

Es bringt also überhaupt nichts, die Berufsschule zu schwänzen, doch manche Schüler haben das noch nicht begriffen und tun es immer wieder und wieder. Bis dann der Tag der bösen Wahrheit kommt, an dem es heißt, dass man die Prüfung nicht bestanden hat. Dann ist wieder alles Schuld, nur nicht das selbstverantwortete Fehlen an der Schule. Aber nicht nur das Bestehen der Prüfung ist in Gefahr, wenn man die Berufsschule schwänzt. Auch der Chef in der Arbeit wird von Fehltagen nicht begeistert sein. Dann kann es schon einmal passieren, dass der Schulschwänzer die Kündigung schneller auf dem Tisch liegen hat als er denkt, denn die Berufsschule und der Arbeitgeber haben regen Kontakt zueinander und der Arbeitgeber wird natürlich auch über jeden Fehltag aufgeklärt. Es gibt nicht so viele Lehrstellen im Überfluss, dass man sich seiner Stelle zu 100 Prozent sicher sein könnte.

Man kann von Glück reden, wenn es bei einem gewaltigen Ärger oder einer Verwarnung bleibt, denn bei einem viel umworbenen Beruf ist für den Arbeitgeber ein Nachfolger schnell gefunden. Man sollte, bevor man wirklich schwänzen möchte, sich doch zuerst die Folgen durch den Kopf gehen lassen, damit man am Ende nicht vor die Türe gesetzt wird und arbeitslos ist. Das ist das zweifelhafte Vergnügen eines zusätzlichen freien Tages, verbunden mit einem ohnehin nicht astreinen Gewissen, nicht wert.