Demokratie auch in einer Familie

Die kleinste Einheit in einer Demokratie ist die Familie. Hier sollte also die Demokratie in ihren Grundsätzen gelebt werden, denn sonst kann sie in den höheren Eben ja eigentlich gar nicht funktionieren. Dass das nicht immer so ganz funktioniert, ist klar. Würde jeder in der Familie gänzlich nach seiner Meinung leben, wäre das Chaos wohl vorprogrammiert. Das sind aber rein private Dinge, wo zwar prinzipiell auch jeder Mensch das Recht auf seine eigene Meinung hat, dies aber zu sehr schlechten Entscheidungen führen könnte. Deswegen ist es auch gesetzlich geregelt, dass Minderjährige zunächst einmal die Anweisungen ihrer Eltern zu befolgen haben und diese auch durch ihre Unterschrift ihr Einverständnis in vielen Belangen geben müssen. Auflehnung gegen diese beschnittenen Rechte der Demokratie gibt es an jedem Tag Tausende Male auf der ganzen Welt.

Die Erziehung zur Demokratie ist wichtig. Der Vater als Patriarch, die Mutter als gefügige Begleiterin seines Daseins, die Kinder als reine Befehlsempfänger: Diese Zeiten sind ein für alle Mal vorbei und sollten nach Möglichkeit auch niemals wiederkehren. In vielen, längst aber nicht allen Familien in der demokratischen Welt funktioniert es mittlerweile ganz gut, dass zumindest zwischen den Partnern die Entscheidungen unter Berücksichtigung der Argumente beider Parteien getroffen werden. Über den Urlaub zum Beispiel könnte man ja auch die Stimmen der Kinder berücksichtigen; manche gute Idee kommt hier zutage. Die Unterdrückung, die in anderen Kulturen immer wieder noch thematisiert werden muss, wird sich auch in den nächsten Jahren noch nicht beseitigen lassen, auch wenn Menschenrechtler sich vehement dafür einsetzen. Leider ist die Demokratie aber auch in mancher deutschen Familie nicht wirklich das, was sie sein sollte: Ein gleichberechtigtes Miteinander aller Personen.

Actionkidz arbeitet gegen Kinderarbeit in Haiti

In Haiti ist noch lange nicht alles wieder wenigstens so wie vor der Erdbebenkatastrophe, wobei man auch damals nicht von einem schönen Leben sprechen konnte. Vor allem die Kinder hatten sehr unter der Armut zu leiden, die sich in der Bevölkerung ausgebreitet hatte. Kapital waren Kinder, die zur Arbeit geschickt wurden, so genannte Restavèks. Diese Kinder wurde von ihren Eltern bei Fremden oder auch reicheren Familienangehörigen abgegeben. Dort gab man ihnen, wenn sie Glück hatten, etwas zu essen, Kleidung und ein Bett, vielleicht wurden sogar Schulbesuche ermöglicht. Dafür mussten diese Restavèks – im Idealfall – kleine Handreichungen erledigen, gewisse Aufgaben übernehmen.

Diese Situation ergab sich daraus, dass die Eltern ihre Kinder nicht selbst ernähren konnten und sich manchmal durch das „Verleihen“ der Kleinen als Arbeitskräfte wenigstens ein wenig Geld verdienen konnten. Wie man sich vorstellen kann, war das Geld schon vor dem Erdbeben nicht mit einem Lohn als solches zu vergleichen. Auch die vereinbarte und die tatsächliche Arbeitsleistung und Arbeitszeit waren nicht immer das Gleiche. Ausbeutung bis hin zur Sklaverei, Tage mit 16 Stunden Arbeitszeit und schlechte Versorgung, die Verweigerung des Schulbesuchs zugunsten harter Arbeit: So sah die Realität aus. Viele Kinder sind nun in Haiti seit dem Erdbeben verwaist. Wer keine Waise ist, hat vielleicht behinderte Eltern oder sie immer noch nicht wieder gefunden. Also sind viele Kinder, die in Europa nach der Schule Freizeit haben und wohl behütet im Überfluss aufwachsen, in Haiti vollkommen allein gelassen. Sie verdingen sich als Tagelöhner, um Essen zu haben und geraten damit in ihren jungen Jahren schon in eine Falle aus unmenschlicher Arbeit, Hunger und sozialem Elend – abseits jeder Unbeschwertheit und Kindheit.

Die Restavèks aus ihrem Elend zu befreien, ihnen ein Leben mit Schule, Essen und Spielen zu ermöglichen: Das hat sich die Organisation Actionkidz auf die Fahne geschrieben. Hier werden Spenden sinnvoll eingesetzt, die Kinder – die auf der Welt mehr als 200 Millionen Leidensgenossen haben – aus den Fängen der Ausbeuter befreit. Zudem arbeitet man vehement gegen die Firmen, die Produkte kaufen, die durch die Kinderarbeit hergestellt werden. Wo kein Abnehmer, da kein Bedarf an minderjährigen Arbeitskräften, für die die Sonne nicht Freude des Lebens, sondern erschwerte Arbeitsbedingungen bedeutet.