Nicht nur in fremden Kulturen, sondern leider auch hinter der Tür des Nachbarn kann sich im Bezug auf die Menschenrechte ein wahres Dilemma abspielen. Man kennt das Szenario eher aus Berichten über Menschen aus anderen Nationen: Dort ist es nicht immer üblich, dass eine Ehe aus Liebe geführt wird. Die Frau wird mehr oder weniger als Ware angesehen, die die Eltern gewinnbringend verkaufen; weil es eben so sein muss. Der künftige Mann sieht die Frau dann entsprechend als sein Eigentum und erwartet Gehorsam, Unterwürfigkeit.
Die Frau wird zwar versorgt und eingekleidet, ansonsten hat sie das zu tun, was der Mann ihr befiehlt. Lehnt sie sich auf, hat sie mit Strafen zu rechnen, die vom Einsperren und körperlichen Tätlichkeiten bis hin zur Vergewaltigung und sogar zum Ehrenmord reichen. Leider sehen auch manchmal die so genannten zivilisierten Nationen, in denen die Emanzipation der Frau schon lange manifestiert ist und in denen Frauen höchste politische Ämter bekleiden, die Problematik nicht. Immer wieder geschieht es, dass Frauen in Frauenhäuser flüchten oder sich keine andere Lösung, als den Selbstmord vorstellen können, um es zu schaffen, aus ihrer Ehehölle zu entfliehen.
Andere leiden ein Leben lang im Verborgenen, denn niemand kommt zu Hilfe – Verwandte sehen die Tatsachen als in Ordnung an, Kontakt zur Außenwelt wird verhindert. Der Kampf für diese Frauen auf der ganzen Welt ist lange nicht erledigt; den Hilfsorganisationen fehlt die Möglichkeit, einzugreifen, ausländische Behörden sind keine Hilfe, sofern dieses Frauenbild, diese Auffassung von der Ehe in der Kultur manifestiert sind. Von Respekt und Achtung ist hier nur auf einer Seite die Rede, und das sicher nicht bei den Frauen, die geschlagen und vergewaltigt werden.