Angesichts ihrer Größe als Industrienation hatten sich die Vereinigten Staaten von Amerika die führende Position in der Weltwirtschaft nicht schwer erkämpfen müssen. Man hatte Einfluss und zwar durch neue Technologien, Bodenschätze und einen daraus resultierenden Reichtum. Diese Position gegenüber der restlichen Welt verstand man natürlich auch auszunutzen. Die Wirtschafts- und Bankenkrise hat hier einige Dinge verändert. Man kann nicht länger von dieser Selbstverständlichkeit des american way of life ausgehen. Sicher ist die Krise weitestgehend überwunden. Die großen Banken, wie zum Beispiel Goldman Sachs erfreuen sich guter Perspektiven und auch die Wirtschaft läuft wieder an.

Allerdings ist man weit davon entfernt, sich wirklich schon über gute Ergebnisse beziehungsweise gewohnte Zahlen freuen zu können. Es gibt die guten Pressemitteilungen über schwindende Arbeitslosigkeit und wachsende Konjunktur, doch relativieren sich genau diese positiven Meldungen im Moment gerade wieder. Die erwartete weitere Senkung der Arbeitslosenrate stagniert und die Werte im Leitindex der Industrie verschlechtern sich: Deutliche Zeichen dafür, dass der Aufschwung zwar existent ist, aber nicht in dem Maße, wie es die USA bräuchte, um wieder unangefochten an die Weltspitze zu kommen. Viele Unternehmen aus den Staaten haben ihre Prognosen bezüglich Wachstum und Umsatz für das laufende Jahr schon wieder nach unten korrigiert.

Die Zahlen aus dem ersten Quartal, die rosige Zeiten versprachen, entstammten zudem noch aus den Nachwirkungen einiger Konjunkturprogramme und müssen sich unter reellen Bedingungen nun erst wieder beweisen. Ansonsten kämpft man gegen einen Konsumeinbruch, der vor allem in den USA sehr bedeutende Folgen hat. Wer aber kann von Menschen, die mit der Arbeitslosigkeit kämpfen oder sie befürchten müssen, verlangen, dass sie ihr Geld als Motor für die inländische Wirtschaft ausgeben und nicht für schlechte Zeiten sparen?

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