Durch die EU gibt es auch neue Richtlinien bei der Reiserücktrittsversicherung

In der Regel bekommt jeder Urlauber, der eine Reise bucht, auch eine Reiserücktrittsversicherung empfohlen. Diese ist dazu gedacht, bei einem wichtigen und unvermeidbaren Grund, die Reise nicht anzutreten, für die oft hohen Stornogebühren aufzukommen. Nicht verwechseln darf man diese Art der Reiseversicherung mit einer Reiseabbruchversicherung, die dann eintritt, wenn der Urlaub aus bestimmten Gründen zwar angetreten, dann aber abgebrochen werden muss. Im Klartext bedeutet dies: Hat ein Urlauber die Reise noch nicht begonnen, wenn der Verhinderungsgrund eintritt, muss die Reiserücktrittsversicherung einspringen; sobald er unterwegs ist, können begründete Ansprüche nur noch bei der Reiseabbruchversicherung geltend gemacht werden. Angebote für entsprechende Reiseversicherungen, auch für Auslandskrankenversicherungen und Zusatzversicherungen, sind im Internet erhältlich. Hier erfährt jeder Kunde auch eine eingehende Beratung darüber, welche Versicherung er braucht und welche in seinem konkreten Fall keinen Sinn macht. Viele Touristen wissen nicht so recht, ob sie eine Reiserücktrittsversicherung abschließen sollen und machen den Fehler, lieber das Geld zu sparen. Im konkreten Fall bleiben sie dann auf den Kosten für die stornierte Reise sitzen, obwohl für vergleichsweise wenig Geld eine volle Erstattung hätte beantragt werden können.

Welcher Grund muss vorherrschen, damit eine Reiserücktrittsversicherung einspringt? Im Genauen entnehmen die Versicherten dies ihrer Police, denn hier kann es Unterschiede geben. Laut geltendem Recht sind aber einige Fakten über nahezu jede Reiserücktrittsversicherung abgedeckt:

-    Die versicherte Person und alle weiteren, in der Police abgesicherten Mitreisenden können von einer Reise Abstand nehmen, wenn an ihrem persönlichen Eigentum ein Schaden entstanden ist. Ursächlich hierfür könnten Naturgewalten, wie zum Beispiel ein Hochwasser sein, aber auch ein Einbruch und der daraus resultierende Schaden am Eigenheim begründen die Absage. Selbstverständlich muss man nachweisen, welcher Schaden durch welchen Einfluss entstanden ist. -    Eine als mitreisende Person eingetragene Frau wird schwanger und kann einen Flug oder einen Klimawechsel aus gesundheitlichen Gründen nicht vertragen. Auch hier ist ein Nachweis zu erbringen. -    Es ist durch einen Arzt nachgewiesen, dass eine über die Reiserücktrittsversicherung versicherte Person eine Impfung nicht vertragen kann, die aber für das entsprechende Urlaubsland unverzichtbar ist. -    Die aus betrieblichen Gründen ausgesprochene Kündigung gegen einen der Versicherten begründet die Absage der Reise. Nicht abgesichert ist eine selbst verschuldete Kündigung. Die betriebsbedingte Kündigung durch den Arbeitgeber muss bei der Versicherung vorgelegt werden. -    Ein Unfall, der vor der Abreise geschieht und dessen Folgen, also eine Rehabilitation oder eine stationäre Behandlung sich mit dem Abreisedatum überschneiden, oder körperliche Gebrechen, die die Reise unmöglich machen, sind ein statthafter Grund, die Reiserücktrittsversicherung in Anspruch zu nehmen. -    Attestiert der Arzt eine schwere, unvorhersehbare Krankheit, kann die Reise aus diesem Grund nicht angetreten werden. Eine Erkältung ist natürlich kein Grund; wohl aber eine schwere Grippe, die mit Fieber und anderen schweren Symptomen einhergeht. Auch hier ist das Attest mit Stempel und Unterschrift des Arztes als Beleg vorzuweisen.

Immer wieder gibt es Diskussionen darüber, wann eine Reiserücktrittsversicherung einspringen muss, und wann nicht. Es gibt außer den oben genannten Richtlinien ja noch viele andere Argumente, eine Reise nicht anzutreten. Wenn aus dem Liebesurlaub auf Hawaii nichts mehr wird, weil das Paar sich getrennt hat, ist dies kein Grund für die Versicherung, hier einzuspringen. Eventuell kann man das Ticket, das schon bezahlt ist, noch umbuchen; ansonsten könnten die Betroffenen noch versuchen, die Reise zu verkaufen, um ihr Geld wieder zu bekommen.  Wie einer Debatte auf www.vielfliegerforum.de zu entnehmen, kann es auch mit einer Stress-Situation am Arbeitsplatz Probleme geben. Urlaub bucht man, nachdem der Chef diese freie Zeit genehmigt hat. Überlegt sich der Vorgesetzte dies nach der Buchung anders, ist nicht die Reiserücktrittsversicherung der Ansprechpartner, sondern das Unternehmen, in dem man beschäftigt ist. Alle Kosten, die mit der abgesagten Reise auf den Arbeitnehmer zukommen, sollte nun der Chef bezahlen, was nicht immer leicht realisierbar ist, vor allem, wenn die Kündigung zu befürchten ist.