Actionkidz arbeitet gegen Kinderarbeit in Haiti

In Haiti ist noch lange nicht alles wieder wenigstens so wie vor der Erdbebenkatastrophe, wobei man auch damals nicht von einem schönen Leben sprechen konnte. Vor allem die Kinder hatten sehr unter der Armut zu leiden, die sich in der Bevölkerung ausgebreitet hatte. Kapital waren Kinder, die zur Arbeit geschickt wurden, so genannte Restavèks. Diese Kinder wurde von ihren Eltern bei Fremden oder auch reicheren Familienangehörigen abgegeben. Dort gab man ihnen, wenn sie Glück hatten, etwas zu essen, Kleidung und ein Bett, vielleicht wurden sogar Schulbesuche ermöglicht. Dafür mussten diese Restavèks – im Idealfall – kleine Handreichungen erledigen, gewisse Aufgaben übernehmen.

Diese Situation ergab sich daraus, dass die Eltern ihre Kinder nicht selbst ernähren konnten und sich manchmal durch das „Verleihen“ der Kleinen als Arbeitskräfte wenigstens ein wenig Geld verdienen konnten. Wie man sich vorstellen kann, war das Geld schon vor dem Erdbeben nicht mit einem Lohn als solches zu vergleichen. Auch die vereinbarte und die tatsächliche Arbeitsleistung und Arbeitszeit waren nicht immer das Gleiche. Ausbeutung bis hin zur Sklaverei, Tage mit 16 Stunden Arbeitszeit und schlechte Versorgung, die Verweigerung des Schulbesuchs zugunsten harter Arbeit: So sah die Realität aus. Viele Kinder sind nun in Haiti seit dem Erdbeben verwaist. Wer keine Waise ist, hat vielleicht behinderte Eltern oder sie immer noch nicht wieder gefunden. Also sind viele Kinder, die in Europa nach der Schule Freizeit haben und wohl behütet im Überfluss aufwachsen, in Haiti vollkommen allein gelassen. Sie verdingen sich als Tagelöhner, um Essen zu haben und geraten damit in ihren jungen Jahren schon in eine Falle aus unmenschlicher Arbeit, Hunger und sozialem Elend – abseits jeder Unbeschwertheit und Kindheit.

Die Restavèks aus ihrem Elend zu befreien, ihnen ein Leben mit Schule, Essen und Spielen zu ermöglichen: Das hat sich die Organisation Actionkidz auf die Fahne geschrieben. Hier werden Spenden sinnvoll eingesetzt, die Kinder – die auf der Welt mehr als 200 Millionen Leidensgenossen haben – aus den Fängen der Ausbeuter befreit. Zudem arbeitet man vehement gegen die Firmen, die Produkte kaufen, die durch die Kinderarbeit hergestellt werden. Wo kein Abnehmer, da kein Bedarf an minderjährigen Arbeitskräften, für die die Sonne nicht Freude des Lebens, sondern erschwerte Arbeitsbedingungen bedeutet.